Über das Komitee

Aufruf zu einer Spendenkampagne für die Arbeiter und Arbeiterinnen in Japan und alle von der Tsunami- und Reaktorkatastrophe in Fukushima betroffenen werktätigen Schichten!

Am 11. März 2011 hat ein Tsunami die ostjapanische Küste vor Tōhoku mit Wellen bis zu einer Höhe von 23 Metern überflutet. Offiziell sprechen die japanischen Behörden von 11.500 Toten und 16.000 Vermissten.

Als Folge des Tsunamis kam es im Kernkraftwerk Fukushima Daichi I in den Reaktorblöcken 1 bis 3 zu Kernschmelzen und Rissen in den Abklingbecken der Reaktorblöcke 2 bis 4. In weiterer Folge wurden nach massiver Kontamination der Umgebung und Versuchen der Regierung und der Betreibergesellschaft TEPCO, die Katastrophe klein zu reden, zwischen 100.000 und 150.000 Menschen aus der Umgebung des Kernkraftwerks evakuiert. Bereits in den vergangenen Jahren hatte der Energiekonzern TEPCO eingestehen müssen, dass Sicherheitsberichte über den Zustand des AKW gefälscht worden waren. Profitinteressen – der “shareholder value” – kamen und kommen vor dem Schutz der Gesundheit der Menschen.

Die Katastrophe von Fukushima ist keine “Naturkatastrophe” – sie ist das Ergebnis von skrupelloser Profitgier und zynischer Komplizenschaft von wirtschaftlichen und politischen Eliten des japanischen Kapitals. Dementsprechend wurde nach dem 11. März das gesamte Register an Lügen, Desinformation und Beschwichtigung gezogen, um das Ausmaß der Katastrophe zu verheimlichen. Die japanische Regierung und die Kapitalistenklasse halten ungebrochen an der Nutzung der Atomkraft fest. Unterstützung erhält sie von Sektoren der RENGO-Gewerkschaftsbürokratie, die sich vollständig in den bürgerlichen Staat integriert haben. So haben zwischen 2007 und 2009 die Gewerkschaften des Energiesektors 111 Millionen Yen (mehr als eine Million Euro) an die regierende Demokratische Partei gespendet, um den weiteren Ausbau der Nuklearenergie zu unterstützen. Die Regierung von Noda Yoshihiko schützt weiterhin die Atomindustrie durch Subventionen und Gesetze, um deren Profite hoch zu halten. Während nach dem 11. März ohnehin hunderttausende ihre Arbeit verloren haben, sollen nun massive Kündigungen in der Energiewirtschaft und neue Massensteuern eine Sanierung der angeschlagenen Konzerne auf dem Rücken der Betroffenen finanzieren.

Angesichts der elenden Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter, Angestellten, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, der arbeitenden und studierenden Jugend, der Fischerinnen und Fischer rund um Fukushima und in den Tsunami-Gebieten rufen wir dazu auf, durch Spenden und Informationsarbeit Solidarität mit unseren japanischen Klassenbrüdern und -schwestern zu üben. Sie fordern immer massiver die Abschaltung der AKWs und den Ausstieg aus der Atomkraft.

Wir appellieren insbesondere an aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, an Betriebsräte und Jugendvertrauensleute, die alte Tradition der Arbeiterhilfe neu zu beleben. Wir schlagen vor, Spenden an die Eisenbahnergewerkschaft von Chiba (Doro-Chiba) zu übergeben, die seit Jahren in vorderster Front nicht nur für die Rechte der Eisenbahner, sondern aller arbeitenden Menschen in Japan eintritt. Doro-Chiba ist die einzige Gewerkschaft in Japan, die seit Jahren konsequent gegen Atomkraft auftritt und eigenständige gewerkschaftliche Selbsthilfekomitees in den Katastrophengebieten unterstützt.

Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan

Das Solidaritätskomitee wird unterstützt von: Gruppe Klassenkampf (Österreichisches Mitglied des CoReP), Labournet Austria, KOMAK-ML, Gilbert Karasek, Peter Haumer

Spenden bitte auf folgendes Konto:

DFA /LabourNet Konto Nr.: 92-093-867 / BAWAG-PSK BLZ 14000
Verwendungszweck: Solidarität mit den Werktätigen in Japan
IBAN:AT666000000092093867
BIC: OPSKATWW

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