Am 10. März haben in Kyoto tausende Menschen im Rahmen der Kampagne “Sayonara Nuke” an Demonstrationen und Kundgebungen teilgenommen. 6.000 junge Leute besuchten im Marujama-Park ein Anti-Atom-Open-Airkonzert. Anschließend zogen sie, gemeinsam mit zahlreichen anderen Menschen, zur Abschlusskundgebung vor dem Rathaus. Rund 300 Organisationen und Einzelpersonen hatten zu den Protesten aufgerufen.
(SAT-Mailingliste Japan)
Kyoto: Tausende demonstrieren gegen Atomkraft
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Koriyama: Erste Proteste zum Fukushima-Jahrestag
Während die japanische Regierung, die Großbourgeoisie und die politische Elite, alles zusammen 1.200 Verdächtige, im Nationaltheater von Tokyo, in Anwesenheit des Kaisers zu einer “Gedenkveranstaltung” für die Opfer des Tsunamis zusammenkamen, begannen in der Region rund um Fukushima die ersten Protestaktionen von Evakuierten, Anrainern, Eltern, Schülern und diverser politischer Oppositionsbewegungen.

Im Baseball-Stadion von Koriyama, rund 60 Kilometer von Fukushima Daiichi, versammelten sich rund 16.000 Menschen und forderten den Atomausstieg Japans und Entschädigungszahlungen von TEPCO für die Opfer der Katastrophe. Yumiko Ono, eine 34jährige Grfikdesignerin aus Toko, die zu der Kundgebung angereist gekommen ist, erklärte: “Fukushima wird von Tag zu Tag mehr vergessen. Wenn wir nicht unsere Stimmer erheben, kann jederezeit ein vergleichbarer Vorfall eintreten. Wir wollen der Welt sagen, dass die Krise und das Leid weitergehen”.
(Quelle: Japan Today)
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Gesundheit: Bewohner der Präfektur Fukushima mehrheitlich in großer Sorge
Die japanische Tageszeitung “Mainichi Shimbun” hat Anfang März eine japanweite Meinungsumfrage durchführen lassen, wie die Bevölkerung die Gesundheitsgefährung ein Jahr nach Fukushima einschätzt.
In der Präfektur Fukushima machen sich 54 % der Befragten “große Sorgen” exakt doppelt soviele wie der Landesschnitt von 27 %. Wenig überraschend: Je näher an Fukushima Daiichi die Befragten lebten, desto größer die Ängste. Auch das Mißtrauen in die Regierung ist in den drei am stärksten betroffenen Präfekturen am größten: Die Frage, ob die Regierung Informationen verschweige, bejahten in Fukushima 75 %, in Miyagi 70 % und in Iwate 60 %.
(Mainichi Shimbun, 9.3.)
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Medienecho auf Pressekonferenz des Japankomitees
Am Donnerstag, 8. März, hat das “Solidaritätskomitee mit den Werktätigen in Japan” zu einer Pressekonferenz geladen. Artikel auf der Grundlage des APA-Artikels fanden sich im STANDARD und in der Wiener Zeitung. Auch ein deutsche Nachrichtenportal hat auf den Standard-Artikel verlinkt.
Was uns besonders freut: Beide Zeitungen haben auf die geplante Kundgebung am Sonntag, 11. März 2011, 15.00 Uhr, vor der japanischen Botschaft hingewiesen!
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Knapp ein Jahr danach: Nodas zynische Weißwäscherei
Wie das Nachrichtenportal Japan Today am 4, März mitteilt, erklärte Premierminister Noda am Samstag, dass niemand für die Kernschmelze in Fukushima verantwortlich gemacht werden könne, sondern “alle gemeinsam den Schmerz” ertragen müssten.
Das zynische Weißwaschen der Verantwortlichen geht also auch ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe ungebrochen weiter. Wie begründet Noda seine heuchlerische Generalabsolution für die Regierung seines Vorgängers Kan, das Management von TEPCO und alle anderen Profiteure der Atomwirtschaft? “Natürlich liegt, rein rechtlich, die Hauptverantwortung beim Betreiber [also TEPCO - d. Verf.], Aber die Regierung, ebenso wie die Betreibergesellschaften und die Wissenschaftler waren tief im Mythos der Sicherheit befangen. Statt also einzelne Personen verantwortlich zu mache, muss jeder den Schmerz teilen und seine Lektion lernen.”
Herr Noda blendet hier aus, dass es seit Jahren und Jahrzehnten eine starke Anti-Atomkraftbewegung in Japan gibt, gegen die seine und die vorhergehenden Regierungen der bürgerlichen Parteien mit polizeilichen Zwangsmaßnahmen, willkürlichen Verhaftungen, faktischen Berufsverboten gegen Kritiker der Atomlobby… vorgehen und vorgegangen sind.
“Alle sind schuldig”? Oh nein! Wer hat denn nach dem 11. März 2011 gelogen, dass sich die Brennstäbe nur so gebogen haben? Sogar die amerikanische Nuklearkontrollbehörde, die alles andere als AKW-feindlich ist, war perplex, mit welcher Verachtung nach der ersten Explosion in Fukushima Daiichi I die Strahlenbelastung heruntergelogen wurde. Während japanische und ausländische Experten unabhängig voneinander den Verdacht äußerten, dass es im Reaktorblock 3 zu einer atomaren Explosion gekommen war, wollte TEPCO nicht einmal eine Wasserstoffexplosion zugeben. Vor Weihnachten schließlich kündigte Noda einen “cold shutdown” an, der angeblich geglückt wäre (dabei müssten die Brennstäbe auf weniger als 100° abgekühlt sein) – obwohl sogar TEPCO selbst einräumen muss, dass man “sowas in der Art” wie einen cold shutdown geschafft habe.
Ein Jahr nach Fukushima ist klar: Die Situation ist alles andere als beruhigt, und die herrschende Klasse geht bewusst und willentlich über Leichen, um die Profite der Atomkapitalisten zu retten. Und das ist ja auch einfach – denn die Leichen der Atomopfer von Fukushima sieht man (noch) nicht. Hunderttausende Kinder, bei denen sich erhöhte Strahlenwerte in der Schilddrüse messen lassen? Das sind ohnehin noch keine Wähler! Und mittlerweile erhöht man Steuern, deckt Massenkündigungen und reduziert Sozialausgaben, alles im Namen der “nationalen Solidarität”.
Kommt zur Kundgebung am 11. März, 15.00 Uhr, bei der japanischen Botschaft in Wien (Hessgasse/Schottenring) – dort werden wir einige Namen von Verantwortlichen nennen!
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Fukushima Daiichi 1: Arbeiter stirbt an Überarbeitung
Zum ersten Mal wurde der Tod eines Arbeiters im Kraftwerk 1 des AKW Fukushima vom Arbeitsinspektorat als direkte Folge von Überarbeitung anerkannt. Der 60jährige Nobukatsu Osumi erlag einem Herzinfarkt, der durch “exzessive körperliche und seelische Belastung” bei der Nachtarbeit in einem Schutzanzug, inkusive einer Gesichtsmaske, ausgelöst wurde.
Osumi wurde von einem Subunternehmer in der Präfektur Shizuoka nach Fukushima entsandt. Der Mann klagte bereits während seiner ersten Nachtschicht am 13. Mai 2012 über Beschwerden. Am Morgen wurde er in ein Hospital gebracht, wo er kurz danach starb.
(Quelle: Japan Times, 25. 2. 2012)
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Region Fukushima: Bedrohliche Strahlenbelastung
Zwischen dem 7. November 2011 und 16. Jänner 2012 durchgeführte Messungen haben ergeben, dass an zahlreichen Orten im Nordwesten des Kraftwerks Fukushima Daiichi I Strahlungswerte gemessen wurden, die 50 Millisieverts im Jahr übersteigen und damit die betroffenen Orte nach einen neuen Klassifizierungsschema als “unbewohnbar” einstufen.
Der “Rekordwert” von 470 Millisieverts wurde in an einer Messstelle in Futaba im Nordwesten des AKW festgestellt.
Mittlerweile wurden deutlich erhöhte bzw. gesundheitsschädigende Cäsiumwerte in Baumaterial, das aus “recycletem” Material aus Fukushima bereitet wurde, aber auch in Brennholzasche gefunden.
(Quelle: Mainichi, 25.2.)
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11. März 2012, 15.00 Uhr: Wir treffen uns bei der japanischen Botschaft!
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Ein Jahr nach der Nuklearkatastrophe: Aufruf zu einer Kundgebung vor der japanischen Botschaft in Wien
DIESEN AUFRUF ALS PDF-FLUGBLATT DOWNLOADEN
Am 11. März jährt sich zum ersten Mal die Reaktor-Katastrophe von Fukushima. Der verheerende Tsunami, der den Osten Japans verwüstet und tausende Menschenleben gefordert hat,war der Auslöser dieser Katastrophe, aber nicht ihre Ursache.
Die Ursache für die Kernschmelze, den Austritt radioaktiver Strahlung, das Einsickern kontaminierter Kühlflüssigkeit in das Grundwasser und die radioaktive Verseuchung der Küste und des Ozeans waren hemmungslose Profitgier und menschenverachtende Fahrlässigkeit der Betreiber und Errichter des Kraftwerks Fukushima-Daiichi sowie die Komplizenschaft einer korrupten politischen Elite, die vor den Machenschaften der Atomlobby die Augen verschloss.
Auch AKWs, die nicht in seismisch besonders gefährdeten Gebieten errichtet wurden, sind durch ihre Technologie potenziell lebensgefährdend, wie die partielle Kernschmelze in Three Miles Island (1979, USA) zeigte. Die Betreibergesellschaft TEPCO musste bezüglich Fukushima schon in den90er Jahren des vorigen Jahrhunderts zugeben, dass Sicherheitsberichte einfach gefälscht worden waren. Die Arbeitsinspektorate verschlossen die Augen vor der gängigen Praxis, Menschen mit gefälschten Arbeitsverträgen, ohne medizinische Betreuung, ohne Schutzeinrichtungen, in Nuklearanlagen zu beschäftigen.
An diesem 11. März werden in ganz Japan, aber auch in vielen Ländern der Welt, Menschen auf die Straßen gehen, um der Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima zu gedenken, sich mit den Evakuierten aus der Sperrzone rund um Fukushima zu solidarisieren und zu sagen:
Es reicht!
Schluss mit diesem atomaren Wahnsinn!
Am 11. März werden die kämpferischen Eisenbahnergewerkschaften Doro-Chiba, Doro-Mita, der Alljapanische Studentenverband Zengakuren, die Anti-ATOM-Bewegung NAZEN, die Lehrergewerkschaft und andere Organisationen der Arbeiterbewegung vor der Präfektur in Fukushima ihre Forderungen verkünden:
Sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke, weltweit!
Keine Überwälzung der Kosten der Atomkatastrophe auf die arbeitende Bevölkerung – die Energiekonzerne und ihre finanziellen Hintermänner sollen für ihre Katastrophe zahlen!
Gleichzeitig haben die Initiatoren dieser Aktion in Fukushima mit einer Spendensammlung für die Errichtung einer selbstverwalteten Kinderklinik begonnen, die den360.000 Kindern in der Region rund um das verstrahlte Kraftwerksgelände kostenlose medizinische Betreuung (welche die Regierung verweigert) bieten soll.
Die Werktätigen in Japan brauchen unsere Solidarität. Weltweit sind es die arbeitenden Menschen, die geopfert werden, wenn die Profite sinken und die kapitalistische Wirtschaft in die Krise gerät. Wir fordern die österreichischen Gewerkschaften und alle Parteien, die sich auf die Arbeiterbewegung berufen auf, diese Initiative zu unterstützen, eingedenk der Zeile aus dem Solidaritätslied: „Wer im Stich lässt seinesgleichen lässt ja nur sich selbst im Stich“.
1978 hat in Österreich eine hauchdünne Mehrheit entgegen der propagandistischen Dampfwalze der „Sozialpartner“ und von ÖVPund SPÖ gegen das AKW Zwentendorf gestimmt. Aber die Atomlobby ist international, und europaweit werden weiterhin Kernkraftwerke betrieben und gefährden uns genauso wie die unmittelbaren AnrainerInnen. 25 Jahre nach Tschernobyl wurden erst im vergangenen Jahr die Daten freigegeben, die beweisen, dass die Strahlung, die wir hier abbekommen haben, deutlich über den beschönigenden Werten lag,die damals bekannt gegeben wurden.
Demonstrieren wir in Wien daher für die gleichen Ziele wie unsere Kolleginnen und Kollegen in Japan:
Alle AKWs abschalten!
Die Kapitalisten sollen für die von ihnen verursachte Katastrophe zahlen!
Danketsu! Solidarität!
SONNTAG, 11. MÄRZ 2012, 15.00 UHR
KUNDGEBUNG BEI DER JAPANISCHEN BOTSCHAFT
ECKE HESSGASSE/SCHOTTENRING, 1010 WIEN
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Hintergrund: Japans Nuklearsklaven
Wir haben immer wieder in Beiträgen auf das Schicksal der Beschäftigten in den japanischen AKWs hingewiesen.
Im Folgenden ein Link zu einem extrem informativen Artikel, der ursprünglich in der spanischen Zeitung Crónica / El Mundo erschienen ist.
http://www.hintergrund.de/201106011570/globales/umwelt/japans-nuklearsklaven.html
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